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DFB-Pokal: Titelverteidiger RB Leipzig scheidet überraschend gegen VfL Wolfsburg aus – Homburgs Pokal-Coup gegen Fürth

Homburgs Pokalcoup gegen Fürth
Titelverteidiger RB Leipzig fliegt überraschend raus

Das ging schnell: Pokalverteidiger RB Leipzig verabschiedete sich in der zweiten Runde aus der Konkurrenz. Die Sachsen hatten einen schlechten Abend beim VfL Wolfsburg. Für eine große Überraschung sorgte der Regionalligist FC 08 Homberg.

VfL Wolfsburg – RB Leipzig 1:0 (1:0)

David Raum riss sich wütend die Schienbeinschoner von den Beinen, Marco Rose trottete völlig enttäuscht vom Platz: Die Titel-Hattrick-Mission von RB Leipzig ist gescheitert. Nach 13 erfolgreichen Spielen in Folge in Leipzigs Lieblingsbewerb wurde RB ein kalter Oktoberabend im DFB-Pokal zum Verhängnis. In der zweiten Runde unterlag das Team von Trainer Rose überraschend mit 0:1 (0:1) dem Ligakonkurrenten VfL Wolfsburg. „Es ist extrem bitter, wenn man ein Spiel verpasst, scheidet man einfach aus diesem Wettbewerb aus“, sagte Christoph Baumgartner: „Wir haben es ihnen relativ einfach gemacht.“ Leipzigs Yussuf Poulsen musste 150 Tage nach dem Triumph in Berlin – dem zweiten in Folge – wegen wiederholten Foulspiels das Feld verlassen (56.).

Die Wölfe hingegen waren euphorisch. Mit seinem Tor (14.) sicherte Vaclav Cerny dem Pokalsieger von 2015 den umjubelten Einzug ins Achtelfinale. „Auf uns haben die wenigsten gewettet. Das ist überragend. Ich bin überglücklich, dass es geklappt hat“, sagte VfL-Keeper Pavao Pervan. Die Stimmung zwischen den Mannschaften hätte vor dem Anpfiff kaum unterschiedlicher sein können. Während die Wolfsburger mit der Bürde von drei Niederlagen in Folge ins Spiel stolperten, mussten die Gäste nach drei Siegen in Folge „im Fluss bleiben“ und „den Schwung mitnehmen“, wie Rose es gefordert hatte.

Doch diesen Gefallen tat ihm sein Team zu Beginn nicht. Bereits nach wenigen Sekunden stellte VfL-Angreifer Tiago Tomas Leipzigs Pokaltorwart Peter Gulacsi mit einem Flachschuss auf die Probe, wenig später durften die Fans in der spärlich besuchten Wolfsburger Arena erstmals jubeln. Der umtriebige Tomas ließ sich im Mittelfeld nicht vom Ball trennen – Cerny veredelte seinen starken Pass zum 1:0. Wölfe-Trainer Niko Kovac nahm nach dem 2:3-Sieg gegen den FC Augsburg acht Veränderungen in der Startelf vor und sein neu formiertes Team blieb auch ohne Top-Stürmer Jonas Wind das gefährlichere. Nach einem Missverständnis zwischen Gulacsi und Castello Lukeba hatte Cerny die Chance auf das 2:0, schob den Ball aber zu weit nach vorne (24.).

Die Leipziger, die schon beim 3:2-Sieg über Zweitliga-Aufsteiger Wehen Wiesbaden in der ersten Runde große Probleme hatten, wirkten zunächst geschockt. Ohne den Pechvogel Dani Olmo, der sich beim 6:0-Sieg gegen den 1. FC Köln schwer an der Schulter verletzte und erneut lange ausfiel, war die Offensive lahm. Das änderte sich zu Beginn der zweiten Halbzeit: David Raums abgefälschte Flanke landete an der Latte (47.) – Timo Werners Flachschuss verfehlte knapp das Tor (54.). Doch kurz darauf dezimierte sich Leipzig, als der bereits verwarnte Poulsen gegen Aster Vranckx zu spät kam und zurecht mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz gestellt wurde. In einem immer hitziger werdenden Spiel übernahm der VfL wieder die Kontrolle, doch Leipzig blieb gefährlich und drängte trotz Unterzahl auf den Ausgleich. Kurz vor Schluss verfehlte Wind einen Pfostenschuss zum 2:0 (90.+6).

FC St. Pauli – FC Schalke 04 2:1 (1:1, 0:1)

Pokalparty in der Nachbarschaft: Der FC St. Pauli erreichte mit einer Extraschicht das Achtelfinale des DFB-Pokals. Dank einer deutlichen Leistungssteigerung besiegte der Zweitliga-Tabellenführer Schalke 04 daheim am Millerntor mit 2:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung und versetzte dem Bundesliga-Absteiger den nächsten Rückschlag. Marcin Kaminski (16.) brachte die Gäste in Führung und machte den Königsblauen zunächst Hoffnung auf den zweiten Erfolg unter dem neuen Trainer Karel Geraerts. Doch Marcel Hartel (57.) glich per Handelfmeter aus, bevor Johannes Eggestein (102.) den absolut verdienten Siegtreffer erzielte. Damit erreichte Hamburg zum zweiten Mal in den letzten 18 Jahren das Achtelfinale.

Für Schalke war jedoch, wie schon in den letzten beiden Spielzeiten, bereits in der zweiten Runde Schluss – und das völlig verdient. Drei Tage nach dem Durchbruch in der Liga (3:2 gegen Hannover 96) gerieten die Gäste in der zweiten Halbzeit trotz Halbzeitführung zunehmend unter Druck. Während St. Pauli mit dem Selbstbild von elf ungeschlagenen Spielen in der Liga die Ruhe bewahrte und mit jeder Minute dominanter wirkte, geriet Schalke immer mehr in Isolation – und kassierte folgerichtig den späten Knockout.

FC 08 Homburg – SpVgg Greuther Fürth 2:1 (1:0)

Der Südwest-Regionalligist FC Homburg hat den nächsten Profiverein zu Fall gebracht. Das vom ehemaligen Bundesliga-Profi Danny Schwarz trainierte Team besiegte den Zweitligisten Greuther Fürth mit 2:1 (1:0) und steht erstmals seit der Saison 1995/96 im Achtelfinale des DFB-Pokals. Fabian Eisele (32.) und Phil Harres (83.) trafen für die Gastgeber; Nach dem starken Regen der vergangenen Tage war der Rasen im Waldstadion überraschend bespielbar. Mit einem trockenen Schuss aus 20 Metern (52.) glich Branimir Hrgota aus, die in dieser Saison auswärts nicht gewinnen konnten.

Der ehemalige Erstligist Homburg spielte gegen die Franken mit einer Kondom-Werbung auf dem Trikotärmel, einer frechen Reminiszenz an den damals bundesweit diskutierten sensationellen Werbedeal mit einem Kondomhersteller im Jahr 1988. Die Gastgeber, die Bundesliga-Aufsteiger Darmstadt 98 in der ersten Runde mit 3:0 besiegten, spielten ohne Angst und zwangen den Favoriten immer wieder zu Fehlern. Der Ball fiel Markus Mendler im Strafraum zum Führungstreffer vor die Füße. Der Homburger Kapitän, der beim Fürth-Erzrivalen 1. FC Nürnberg Profi wurde, bediente Eisele in der Mitte. Nach der Pause erhöhte Fürth das Tempo, doch nach einem Konter gelang den Saarländern der entscheidende Kniff.