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Der SC Freiburg hat ein überragendes Jahr hinter sich, überwinterte als Zweiter in der Bundesliga und hat


Christian Streich hielt kurz inne. „Es ist unglaublich, was wir erlebt haben“, sagte der Trainer des SC Freiburg. Um kurz darauf noch hinzuzufügen: „Ich möchte, dass das so bleibt. Aber das wird es nicht.“

Streich wäre kein Streich, wenn er inmitten der Euphorie, mit der sich die Freiburger in die WM-Pause der Bundesliga verabschiedeten, nicht mahnend den Zeigefinger heben würde. Er wolle die Situation jetzt „genießen“, sagte er nach dem großen Finale gegen Union Berlin (4:1). Dann wolle er „üben, sich nicht zu sehr unter Druck zu setzen, weil man denkt, das muss so bleiben.“

auf den zweiten Platz springen

Mit dem Sprung auf Platz zwei der Bundesliga ging für die Breisgauer ein unglaubliches Jahr zu Ende. Nach dem erstmaligen Erreichen des DFB-Pokalfinales, der emotionalen Reise nach Berlin mit Zehntausenden von Fans und der Qualifikation für die Europa League in der Rückrunde der vergangenen Saison fragten sich viele, ob der SC dieses Niveau halten kann.

Die bisherigen 23 Pflichtspiele der laufenden Saison, von denen nur drei verloren wurden, haben gezeigt, dass er es kann. Freiburg überwintert in beiden Pokalwettbewerben, hat sich in der Liga als Spitzenteam etabliert und geht als Bayern-Jäger Nummer eins ins neue Jahr.

Kontinuität als Erfolgsformel

Die Gründe sind vielfältig. Ein Wort, das in der SC-Erfolgsgeschichte immer wieder auftaucht, ist Kontinuität. Auch „in den schwierigen Zeiten, den Abstiegskämpfen und bitteren Niederlagen sind viele wichtige Leute aufrecht geblieben“, sagte Streich. Nur so könne man „sukzessive die Dinge weiterentwickeln“.

So arbeiten Trainer, Sportvorstand Jochen Saier, Sportvorstand Klemens Hartenbach und Finanzvorstand Oliver Leki seit vielen Jahren eng zusammen, überlassen ihre jeweiligen Bereiche aber sich selbst. Der Aufsichtsratsvorsitzende Heinrich Breit habe mit ihm nie über Fußball gesprochen, aber er wolle auch nicht mit Breit über Finanzen sprechen, sagte Streich. „Er ist ein Symbol dafür, wie hier gearbeitet wird“, betonte der 57-Jährige.

Zu diesen Symbolen gehören auf dem Platz langjährige Leistungsträger wie Weltcupfahrer Christian Günter oder Mittelfeldfahrer Nicolas Höfler. Auch sie haben sich weiterentwickelt, sagte Streich. „Ich wünschte, wir könnten sie einfrieren und sie würden nicht mehr altern“, scherzte er. Auch Vincenzo Grifo, der weder in Hoffenheim noch in Mönchengladbach glücklich war, beim SC nun aber in der dritten Bundesliga-Saison in Folge (mindestens) neun Tore erzielt hat, gehört dazu. Oder Innenverteidiger Philipp Lienhart.

Neuankömmlinge getroffen

Zudem haben die im Sommer verpflichteten Ritsu Doan und Michael Gregoritsch sowie der Rückkehrer Matthias Ginter, der wie Günter mit der deutschen Nationalmannschaft zur WM reist, voll durchstarten können. „Wir ergänzen uns sehr gut, sind abseits des Platzes richtig gute Freunde“, sagte Kapitän Günter bei DAZN über den besonderen Teamspirit der Freiburger.

Die im Zusammenspiel mit ihren Fans eine Atmosphäre schaffen, die viele nach dem Umzug vom altehrwürdigen Dreisam-Stadion in das neue und weniger romantische Europa-Park-Stadion wohl nicht erwartet hätten. „Eine sehr, sehr coole Geschichte“, mit diesem Erfolgserlebnis gehe man in die Winterpause, sagte Stürmer Gregoritsch nach dem Feierabend am nächsten Tag gegen Union. Wenn Streich Streich und Freiburg auf dem Teppich bleiben, gibt es im neuen Jahr vielleicht noch ein paar schöne Kapitel mehr.