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Gastbeitrag von Gabor Steingart: Der Niedergang des deutschen Immobilienmarktes ist hausgemacht

Auf dem deutschen Wohnungsmarkt ist die Hölle los. Der Staat mit seiner Unfähigkeit zum Bürokratieabbau, mit einer durch Überschuldung provozierten Zinserhöhung und seiner Willkür, einen bisher funktionierenden Förderrahmen zu sprengen, steuert den Wohnungsmarkt in eine Phase der Lähmung.

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Das Ganze lässt sich in einer Schadensbilanz wie folgt zusammenfassen:

1. Finanzierungskosten für Immobilien nahezu vervierfacht

Die Finanzierungskosten für Immobilien belasten nicht nur das Geschäft, sie zerstören es teilweise auch. Zehnjährige Hypothekenzinsen liegen jetzt bei 3,48 Prozent. Das heißt: Innerhalb von weniger als einem Jahr hat sich der Festzins nahezu vervierfacht.

2. Viele Kündigungen im Wohnungsbau

Die Zahl der Kündigungen im Wohnungsbau nimmt wieder zu, weil diese Zinslast viele Projekte in die roten Zahlen treibt. Laut einer aktuellen Umfrage des ifo Instituts bei deutschen Wohnungsunternehmen mussten bereits 16,7 Prozent von ihnen ihre Aufträge stornieren.

3. Die Inflation belastet die Wirtschaft zusätzlich

Auch die hohen Inflationsraten, die zu einer Verteuerung von Baustoffen führen, wirken sich negativ auf das Geschäft aus. Reinhard Quast, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Bauindustrie (ZDB), rechnet im kommenden Jahr mit einem Rückgang um sieben Prozent.

4. Das Neubauziel der Bundesregierung ist unrealistisch

Das Neubauziel der Bundesregierung von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr ist daher unrealistisch. Der Verband der Deutschen Bauindustrie rechnet für 2023 mit 245.000. Das wäre der dritte Rückgang in Folge. Weitere würden folgen, sagt ZDB-Präsident Quast: „2024 wird die Zurückhaltung bei Investitionsentscheidungen noch deutlicher spürbar sein.“

5. Die Preise für Neubauten steigen

Für das, was noch gebaut wird, steigen die Preise für Neubauprojekte aufgrund der gleichzeitigen Inflation und Angebotsverknappung: Ein Quadratmeter Wohnfläche wurde laut Engel & Völkers im zweiten Quartal in Berlin für durchschnittlich 8.603 Euro angeboten von 2022, was einer Preissteigerung von 17,4 Prozent entspricht.

6. Käufer bestehender Gebäude werden benachteiligt

Lediglich die Anschaffung energieeffizienter Neubauten wird staatlich gefördert. Käufer von Bestandsimmobilien bekommen doppelt nichts. Aus dem Bundesbauministerium heißt es: „Die Mittel, die wir für die Neubauförderung erhalten, stammen aus dem Klima- und Transformationsfonds. Das bedeutet, dass diese Mittel nur für energetisch sinnvolle Förderungen ausgegeben werden dürfen.“

Der Niedergang des deutschen Immobilienmarktes ist hausgemacht

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7. Massiv steigende Materialkosten

Angesichts massiv gestiegener Materialkosten steigen die Preise für Neubauten so stark wie seit mehr als 50 Jahren nicht mehr.

Zu den Verlierern zählen auch private Bauherren, die ihre Bauvorhaben aufgrund von Kostensteigerungen stornieren mussten. Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, befürchtet: „Der Traum vom Eigenheim wird wohl für manche Haushalte vorerst ein Traum bleiben.“

Enttäuschte Käufer drängen auf den Mietmarkt

Auch diejenigen, die eine neue Wohnung für sich und ihre Familie suchen, sind buchstäblich in einer schlechten Situation: Laut Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) sind die Mieten im dritten Quartal 2022 um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen des Vorjahres. Zwei Preistreiber arbeiten gleichzeitig. Auf der einen Seite stehen die Vermieter, über die IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer sagt: „Sie versuchen, die hohe Inflation auszugleichen und mit ihren Mieteinnahmen auszugleichen.“

Auf der anderen Seite stehen die gehinderten Neubaubesitzer, die nun auf den Mietmarkt drängen: „Wer früher kaufen wollte, kann sich Eigentum aufgrund der hohen Zinsen oft nicht mehr leisten. Dementsprechend schauen sich diese Leute jetzt auf dem Mietmarkt um.“

Die eigentliche Mietsteigerung findet jedoch bei den sogenannten Nebenkosten statt: Die Abschlagszahlungen für warme Nebenkosten sind laut IW innerhalb eines Jahres um durchschnittlich 48 Prozent gestiegen. Bei gasbeheizten Häusern stiegen die Vorauszahlungen um 56 Prozent.

Wo es Verlierer gibt, gibt es Gewinner. Dies sind vor allem Eigentümer von Immobilien. Die Angebotsverknappung garantiert an den meisten Standorten zumindest Preisstabilität. Immobilienerträge werden Mieter quälen (siehe oben) und Eigentümer erfreuen. Es klingt zynisch und ist doch nichts als die Wahrheit: Die jetzt eintretenden sozialen Härten werden für exorbitante Renditen sorgen.

Fazit: Der Staat in Form von Regierung und Zentralbank ist nicht die Lösung, sondern das Problem. Die Schwierigkeiten, die er lösen wollte, werden von ihm verschärft.

Zur Person

Gabor Steingart ist einer der bekanntesten Journalisten des Landes. Er gibt den Newsletter The Pioneer Briefing heraus. Der gleichnamige Podcast ist Deutschlands führender täglicher Podcast für Politik und Wirtschaft. Seit Mai 2020 arbeitet Steingart mit seiner Redaktion auf dem Schiff „The Pioneer One“.. Vor der Gründung von Media Pioneer war Steingart unter anderem Vorsitzender der Geschäftsführung der Handelsblatt Media Group. Hier können Sie seinen kostenlosen Newsletter abonnieren.

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