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Deutschland Nachrichten

Der Kriegstag im Überblick: Moskau: 82.000 Reservisten an der Front – Ukraine meldet Hunderte Drohnenabschüsse

Der Tag des Krieges auf einen Blick
Moskau: 82.000 Reservisten an der Front – Ukraine meldet Hunderte Drohnenabschüsse

Nach dem Ende der russischen Teilmobilmachung seien bereits rund 82.000 Reservisten an der Front im Einsatz, sagt Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Britische Geheimdienste gehen davon aus, dass die neuen Soldaten zur Besetzung spärlich besetzter Stellungen entlang des Flusses Dnipro eingesetzt werden. Die Ukraine behauptet, Hunderte von iranischen Kamikaze-Drohnen abgeschossen zu haben. Und der tschetschenische Führer Kadyrow räumt eigene Verluste ein. Der 247. Kriegstag auf einen Blick.

Ukrainische Luftwaffe: Bereits 300 iranische Drohnen abgeschossen

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben seit Mitte September mehr als 300 iranische Shahed-136-Kamikaze-Drohnen abgeschossen. Es wird davon ausgegangen, dass Russland 2.400 solcher Drohnen bestellt hat, sagte Luftwaffensprecher Juri Ihnat vor Journalisten. Wie groß der Bestand tatsächlich ist, ist nicht bekannt. Die russische Armee setzt diese Kampfdrohnen hauptsächlich nachts und in mehreren Wellen ein. Kamikaze-Drohnen kreisen für eine bestimmte Zeit über einem Zielgebiet und stürzen dann mit einer Sprengladung auf ein bestimmtes Ziel.

Moskau: 82.000 Reservisten bereits an der Front

Russlands Teilmobilisierung von 300.000 Reservisten für den Krieg in der Ukraine ist laut Verteidigungsminister Sergej Schoigu abgeschlossen. Rund 82.000 der Männer sind bereits an der Front im Einsatz, der Rest wird derzeit in Russland für den Kampf vorbereitet. Neue Mobilisierungsmaßnahmen seien nicht geplant, Freiwillige würden fortan auf Vertragsbasis eingesetzt, sagte Schoigu bei einem Treffen mit Präsident Wladimir Putin in der Nähe von Moskau.

Putin räumte erneut ein, dass es viele Probleme mit der Teilmobilisierung gab, die vor mehr als einem Monat begann. Die Soldaten verfügten oft nicht über die richtige Ausrüstung oder waren nicht nach russischen Vorschriften auf den Einsatz im Kriegsgebiet vorbereitet. Viele Reservisten kehrten auch in Särgen zurück.

London: Russland entsendet Reservisten zu Truppen in Cherson

Nach Angaben britischer Geheimdienste konzentriert sich Russland zunehmend auf die Verteidigung seiner Positionen in der Ukraine. Russische Truppen hätten in den vergangenen Wochen in den meisten Frontabschnitten eine dauerhafte Verteidigungsstellung bezogen, teilte das Verteidigungsministerium mit. Die stark unterbesetzten, schlecht ausgebildeten Truppen in der Ukraine seien derzeit nur zu Abwehreinsätzen fähig, heißt es im Tagesbericht der Geheimdienste. Russland habe offenbar einige zuletzt extrem schwache Truppen entlang des Flusses Dnipro mit kürzlich mobilisierten Reservisten verstärkt, hieß es.

Russische Besatzer: Cherson von Zivilisten befreit

Die russischen Besatzer haben nach eigenen Angaben die ukrainische Stadt Cherson und das Gebiet nordwestlich des Flusses Dnipro von Zivilisten gesäubert. Der stellvertretende Verwaltungschef Kirill Stremousov sagte nicht, wie viele Menschen die Region verlassen haben, in der ein ukrainischer Angriff erwartet wird. Ein anderes Mitglied der Besatzungsverwaltung, Yekaterina Gubareva, sagte, 36.400 Zivilisten seien evakuiert worden. Die Nummer kann nicht verifiziert werden. Die Menschen wurden mit Booten über den Dnipro gebracht.

Kadyrow räumt hohe Verluste in der eigenen Einheit ein

Der Herrscher der russischen Republik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, räumte nach einem Artilleriebeschuss ukrainischer Truppen hohe Verluste in den eigenen Reihen ein. „23 Kämpfer starben und 58 wurden verletzt“, schrieb Kadyrow auf seinem Telegram-Kanal. Ukrainische Quellen berichteten Anfang der Woche, dass eine tschetschenische Einheit in der südukrainischen Region Cherson von Artilleriefeuer getroffen wurde.

Selenskyj prangert den russischen Terror an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verglich den Kampf seines Landes gegen Russland mit dem Widerstand gegen die Nazis im Zweiten Weltkrieg. Russland verfolge die gleichen Ziele wie einst der Nationalsozialismus, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. „Die Form des Bösen hat sich geändert, aber die Essenz ist unverändert.“ Selenskyj sagte, Russland sei vom Nachbarn zum Aggressor und Terroristen geworden. Friedliche Städte würden immer wieder mit Bomben und Raketen angegriffen, sagte der 44-Jährige. Russland vermine und besetze Kraftwerke, stiehl Getreide und entführe auch Kinder, sagte er am Freitagabend. Mit Blick auf den Zweiten Weltkrieg und den damaligen Kampf gegen die Nazis sagte Zelenskyj, dass „das Böse nach 80 Jahren wieder aus der Asche auferstanden“ sei.

Die Ukraine hat „keine Angst vor der Dunkelheit“

Selenskyj beklagte, dass der Aggressor Russland seit Kriegsbeginn 4.500 Raketen auf die Ukraine abgefeuert und insgesamt 8.000 Luftangriffe durchgeführt habe. Aber sein Land werde nicht zerbrochen, betonte er. Angesichts der Stromausfälle durch die zerstörte Energieinfrastruktur sagte er, ein Leben ohne Licht sei nicht dunkel, sondern ohne Freiheit. Auch die Ukrainer würden den strengen Winter überstehen. „Wir haben keine Angst vor der Dunkelheit.“

Steinmeier beschwört deutschen „Widerstandsgeist“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Menschen in Deutschland durch den Ukraine-Krieg auf eine schwierige Zukunft vorbereitet. „Für Deutschland beginnt eine Epoche gegen den Wind“, warnte er. Die Zeit vor Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine am 24. Februar sei eine „Epoche mit Rückenwind“, in der die Deutschen stark von der Friedensdividende nach dem Ende der Blockkonfrontation profitierten. „Die Friedensdividende ist aufgebraucht. Für Deutschland beginnt eine Epoche gegen den Wind.“ Er sagte voraus: „Es stehen härtere Jahre bevor, harte Jahre.“ Steinmeier beschwor in seiner Rede auch den Widerstandsgeist der Deutschen.

Russen geben mehr Geld für Antidepressiva aus

In Russland wurden derweil seit Jahresbeginn deutlich mehr Medikamente gegen Depressionen gekauft als im Vorjahr. Bis Ende September seien 8,4 Millionen Packungen Antidepressiva im Wert von fünf Milliarden Rubel (rund 80 Millionen Euro) verkauft worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf Statistiken des Center for Perspective Technologies. Der Zuwachs bei Packungen beträgt demnach 48 Prozent, bei den Ausgaben sogar 70 Prozent. Ob die höheren Verkäufe von Antidepressiva in direktem Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg stehen, ist unklar.

Die IAEO plant noch in dieser Woche Inspektionen in der Ukraine

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) plant, eine Beobachtermission in die Ukraine zu entsenden, kurz nachdem Russland behauptet hat, Kiew plane den Einsatz einer „schmutzigen“ Bombe. Auf Wunsch Kiews sollen Experten an zwei Standorten Inspektionen durchführen. Auch Putin hatte zu einer solchen Mission aufgerufen.

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