Wirtschaft und Börse

Der Gebäckhersteller aus Niedersachsen hat seit mehr als neun Monaten keinen Chef mehr.


Der Kekshersteller Bahlsen bekommt im Januar einen neuen Chef. Alexander Kühnen, derzeit Vorstandsvorsitzender der Carl Kühne KG in Hamburg, wird zum 1. Januar Geschäftsführer des Hannoveraner Unternehmens, teilte Bahlsen am Donnerstag mit. Seit Januar 2022 hatte nach der Trennung von Phil Rumbol ein vierköpfiges Managementteam das Unternehmen geführt. Verena Bahlsen war dabei und wird laut Mitteilung nun „ihre aktive Rolle als Chief Mission Officer“ Ende des Jahres beenden. Künftig will sich die Miterbin und Tochter von Werner M. Bahlsen neuen Projekten außerhalb von Bahlsen widmen.

In dem Familienunternehmen, das vor allem für seine Leibniz-Kekse bekannt ist, gab es in den letzten Jahren einige Veränderungen in der Chefetage. Eines der Ziele war eine stärkere Fokussierung auf Themen wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Bereits 2018 hatte sich Werner M. Bahlsen als CEO zurückgezogen. Auch über die Ausrichtung gab es in der Familie mehrere heftige Meinungsverschiedenheiten.

Neuausrichtung für „herausforderndes Umfeld“

Der 51-jährige Kühnen war unter anderem viele Jahre für Unilever im In- und Ausland tätig, wo er unter anderem Führungsaufgaben in Vertrieb und Marketing verantwortete. Werner M. Bahlsen, Vorsitzender des Verwaltungsrats, sagte, dass „die Neuausrichtung des Unternehmens in einem herausfordernden Umfeld“ mit Kühnen gestaltet werden solle.

Verena Bahlsen ist seit 2018 aktive Partnerin im Unternehmen. Als Gesellschafterin werde sie den Weg von Bahlsen weiter eng begleiten, erklärte die 29-Jährige. Ihr Vater Werner M. Bahlsen erklärte: „Wir als Familie und der Vorstand möchten Verena dafür danken, dass sie mit ihrem tiefen Verständnis für die Veränderungen auf den globalen Märkten und ihrer Empathie für die Marken dazu beigetragen hat, dass unsere wichtigsten Vermögenswerte glänzen.“ Vor einigen Jahren wurden Verena Bahlsen Ambitionen auf den Spitzenposten nachgesagt. Sie zog 2019 mit kontroversen Äußerungen zur Rolle des Unternehmens in der NS-Zeit massive Kritik auf sich.

Der Gebäckhersteller, der zu den führenden Herstellern in Europa zählt, beschäftigt nach eigenen Angaben rund 2.600 Mitarbeiter in mehr als 80 Ländern. Hauptstandort ist seit 1889 Hannover. Der britische Manager Rumbol war der erste Firmenchef, der nicht der Unternehmerfamilie angehörte.



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