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Der Flughafen München wird am Dienstag den Betrieb vorübergehend einstellen


Schneechaos
Der Flughafen München wird am Dienstag den Betrieb vorübergehend einstellen

Ein Schneeräumer fährt vor einer Maschine im Schneetreiben am Flughafen München vorbei

© Karl-Josef Hillenbrand / DPA

Den Flughafen in München hat es erneut getroffen – ein vorhergesagter Eisregen wird den Flughafen am Dienstag stundenlang lahmlegen. Auch Auto- und Bahnfahrer müssen sich in Süddeutschland gedulden.

Aufgrund der winterlichen Witterung wird der Flughafen München am Dienstag den Betrieb vorübergehend wieder einstellen. Ab Betriebsbeginn von 6 bis 12 Uhr werde es keine Starts und Landungen mehr geben, sagte ein Sprecher Flughafen am Montagabend. Grund ist der angekündigte Eisregen in der Nacht von Montag auf Dienstag, der einen sicheren Flugbetrieb am Vormittag und Vormittag voraussichtlich unmöglich machen wird. Am Dienstag waren mindestens 150 Starts und 160 Landungen betroffen. Nach Angaben des Flughafens sind für den Tag mehr als 770 Abflüge und Ankünfte geplant.

Den Angaben zufolge will der Flughafen die erste Tageshälfte dafür nutzen, hieß es in der Mitteilung Eisregen zur Enteisung der Betriebsflächen. Ab Mittag solle der Flugverkehr wieder aufgenommen werden, hieß es. Allerdings wird der Flugplan am Nachmittag voraussichtlich noch stark eingeschränkt sein. Passagiere sollten dies einplanen und sich bei ihrer Fluggesellschaft informieren.

Übernachtungen auf Feldbetten

Wegen der Einschränkungen des Flugverkehrs wegen des strengen Wintereinbruchs in weiten Teilen Bayerns seien am Montagabend noch rund 1.500 Passagiere am Flughafen gestrandet, sagte der Sprecher. Sie würden unter anderem auf Feldbetten am Flughafen übernachten und mit Getränken und Essen versorgt werden. Auf dem X-Bahnsteig beschwerten sich Passagiere am Montag darüber, dass versprochene Anschlussflüge mehrfach gestrichen worden seien.

München ist der zweitgrößte deutsche Flughafen und ein wichtiger Knotenpunkt für den internationalen Luftverkehr. Vor allem internationale Passagiere saßen fest, einige hatten kein Visum für die Einreise und übernachteten am Flughafen.

Chaos auch im Zug

Der starke Schneefall vom ersten Adventswochenende hat auch Auswirkungen auf Straßen und Schienen. Die Deutsche Bahn (DB) rechnet bis zur Wochenmitte mit weiteren Störungen Bayern und Auswirkungen bundesweit, insbesondere in Baden-Württemberg und in Richtung Schweiz. Reisende wurden gebeten, nicht unbedingt notwendige Reisen auf den 6. Dezember (Mittwoch) zu verschieben. So war der Münchner Hauptbahnhof am Montag nur sehr eingeschränkt betriebsbereit.

Die Eisenbahnergewerkschaft EVG und der Fahrgastverband wurden auf das Chaos auf der Bahn aufmerksam Pro Spur eine Gelegenheit, Alarm zu schlagen. Sie forderten Konsequenzen für die Wintertauglichkeit der Bahn. EVG-Vorsitzender Martin Burkert sagte der „Augsburger Allgemeinen“ (Montag), dass die deutsche Bahninfrastruktur „weitgehend marode“ sei. Es muss große Investitionen wie in Österreich geben.

Der Bundesvorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Detlev Neuß, sagte der Zeitung, der Bahnverkehr sei „nach Jahrzehnten der Sparpolitik nur noch am Rande.“ Eines der vielen Probleme ist, dass die Bahn in letzter Zeit immer mehr Gleise als Abstellplätze abgebaut hat und nun ganze Züge direkt in Bahnhöfen abstellt, wenn sie nicht mehr an ihr Ziel gelangen. „Die überlasteten Bahnhöfe führen dazu, dass der Bahnverkehr noch schneller blockiert wird und großflächig zum Erliegen kommt.“

Geschlossene Schulen

Eine besondere Herausforderung sei die Kombination aus riesigen Schneemengen und eisigen Temperaturen, hieß es aus mehreren Quellen. Bei der Straßenbahn in München gefror Eis in den Schienen und führte zum Entgleisen der zur Räumung eingesetzten Fahrzeuge.

In den Landkreisen Starnberg und Mühldorf am Inn sowie in Augsburg blieben viele Schulen am Montag geschlossen. Grund seien den Angaben zufolge Schneemassen gewesen, die auf die Dächer der Gebäude drückten. Am Dienstag soll der Unterricht fast überall wieder aufgenommen werden.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen hat der Schneefall seit Sonntagabend nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Essen ein bis vier Zentimeter weiße Pracht ins Flachland gebracht. Autobahn- und Straßenmeistereien waren im Dauereinsatz, und auch in Köln waren Hunderte Mitarbeiter im Winterdiensteinsatz, um Straßen und Gehwege zu räumen. Auf rutschigen, schneebedeckten Straßen kam es in der Region häufig zu Unfällen.

Meteorologen warnen vor Glatteis

Und die Lage bleibt in vielen Regionen Deutschlands angespannt: Auch wenn es etwas milder wird, warnt der Deutsche Wetterdienst in den kommenden Tagen vielerorts vor möglichem Glatteis. Vor allem im Westgebirge und je weiter man nach Osten komme, bestehe die Gefahr von Glatteis, sagte DWD-Meteorologe Marco Manitta am Montag in Offenbach. Besonders gefährdet sind die Regionen zwischen Main und Donau von Montagabend bis Dienstagmorgen. Und: „Es ist nicht auszuschließen, dass die Glatteislage gelegentlich sturmartig ausfällt.“ Lediglich entlang des Rheins und ganz im Westen blieben die Temperaturen nachts über Null. Im Südosten Bayerns könnte es erneut zu starkem Frost kommen.

Das ist
DPA