Wirtschaft und Börse

Dax über 13.200 Punkte


Nach der erwartungsgemäß ausgefallenen Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigte sich der Dax stabil und schloss bei knapp über 13.200 Punkten. Unterstützend wirkte am Donnerstag auch die positive Börsenstimmung an der New Yorker Wall Street.

Der deutsche Leitindex beendete den Tag mit einem Plus von 0,12 Prozent auf 13.211,23 Punkte. Der MDax für mittelgroße Werte fiel hingegen um 1,12 Prozent auf 23.940,86 Punkte. „Eine weiterhin rund laufende US-Wirtschaft, eine konsequent agierende EZB und ein Gesamtmarkt, der gegen schlechte Unternehmenszahlen immun zu sein scheint, waren die Zutaten für die anhaltende Rally“, kommentierte Marktanalyst Konstantin Oldenburger von CMC Markets.

Die EZB stemmt sich mit einer weiteren kräftigen Zinserhöhung um 0,75 Prozentpunkte gegen die Rekordinflation im Euroraum. Der Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken frisches Geld von der Zentralbank leihen können, ist auf 2,0 Prozent gestiegen. Insofern gab es keine negativen Überraschungen, die für Entlastung an der Börse sorgten.

Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, schloss 0,02 Prozent tiefer bei 3604,51 Punkten. Dagegen wurden in Paris moderate Verluste und in London moderate Gewinne verzeichnet. In den USA stieg der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa um 1,3 Prozent.

Auf Unternehmensseite standen zahlreiche Quartalsberichte im Blick. Infineon-Aktien verloren am Ende des Dax 3,5 Prozent. Sie gerieten in den Konkurrenten STMicroelectronics, dessen Aktien an der Euronext-Börse einbrachen. Laut der US-Bank JPMorgan wirft die zukünftige Margenentwicklung von STMicro Fragen auf.

Auch die Beiersdorf-Aktie verlor 3,5 Prozent. Obwohl der Konsumgüterkonzern dank der weiterhin robusten Geschäftsentwicklung optimistischer geworden ist und seine Umsatzprognose angehoben hat, hat der Aktienkurs bereits einiges vorweggenommen. Seit Jahresbeginn ist er um rund sieben Prozent gestiegen, während der Gesamtmarkt deutlich zurückgegangen ist.

Daimler Truck hingegen konnte die Anleger mit einem neuen Ausblick positiv überraschen. Für die Papiere des Lkw- und Busherstellers ging es um 2,7 Prozent nach oben. Die Aktien des Industriegaseherstellers Linde hingegen schlossen nach einem Rutsch nach neuen Aussagen zum vierten Quartal und zum Gesamtjahr kaum verändert.

Im MDax verloren die Papiere des Bausoftwareherstellers Nemetschek und die Titel der Software AG laut Quartalsberichten rund sieben Prozent. Aixtron ging den vorgelegten Zahlen zufolge sogar um 8,3 Prozent zurück. Allerdings zollte die Aktie des Zulieferers der Chipindustrie dem guten Lauf der Aktie Tribut, die im bisherigen Jahresverlauf um fast 50 Prozent zulegen konnte. SMA Solar profitierte im SDax mit einem Plus von knapp 13 Prozent von angehobenen Ergebniszielen.

Der Euro notierte am frühen Abend bei 0,9984 $. Die EZB legte den Referenzkurs auf 1,0037 (Mittwoch: 1,0023) Dollar fest. Der Dollar kostete somit 0,9963 (0,9977) Euro.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 2,11 Prozent am Vortag auf 2,14 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,13 Prozent auf 127,46 Punkte. Der Bund-Future stieg um 1,34 Prozent auf 140,64 Punkte.



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