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Da will eigentlich jeder Triathlet hin: Hawaii.


Die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii wird selbst für professionelle Triathleten zu einer schwierigen Kostenfrage. „Gerade viele Profis verdienen mit ihrem Sport nicht so viel Geld, dass es rein geschäftlich sinnvoll wäre, hier auf Hawaii anzufangen“, sagt Sebastian Kienle der Deutschen Presse-Agentur.

Der 38-Jährige aus Mühlacker startete 2012 erstmals beim Weltcup auf Hawaii, gewann 2014 den Titel und läutete eine deutsche Ära ein.

„Man sollte kostendeckend unter den Top Ten sein“, betont er mit Blick auf die auch in diesem Jahr wieder deutlich gestiegenen Ausgaben. Die Preissteigerungen hängen unter anderem mit der Inflation zusammen. Zudem ist die Teilnehmerzahl noch einmal deutlich gestiegen, was auf die Absage der Weltcup-Rennen auf Hawaii in 2020 und 2021 zurückzuführen ist. Erstmals wird es nicht nur ein Rennen mit allen Startern geben. Die 4500 Athleten werden in zwei Rennen aufgeteilt.

Ein Sport für Privilegierte

„Gerade für junge Athleten, die Hawaii als Bühne nutzen müssen, stellt das zwar ein gewisses Risiko dar, könnte aber mit einem ziemlich großen Verlust enden“, sagt Kienle.

Der Frust unter den Sportlern sei enorm, sagt Jan Sibbersen, selbst ehemaliger Teilnehmer und heute Unternehmer und Betreiber des Deutschen Hauses in Kona, der dpa. „Hawaii ist ein Traum für viele Triathleten. Jetzt schaffst du das vielleicht sportlich, aber dann kannst du es dir finanziell nicht leisten, dorthin zu fliegen – das ist bitter“, sagt Sibbersen, auch mit Blick auf die vielen Altersklassenstarter.

Nach der Qualifikation für ein weiteres Ironman-Rennen müssen sie zunächst rund 1100 Euro bezahlen, um ihren Start auf Hawaii zu bestätigen. Dazu kommen die Reisekosten, die in diesem Jahr drastisch gestiegen sind. „Schon vorher war es ein Sport für Privilegierte, und nur sehr privilegierte Athleten können es sich leisten, auf Hawaii teilzunehmen“, sagt Kienle.



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