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Coronavirus: RKI: Zahl akuter Atemwegserkrankungen deutlich gestiegen


Coronavirus
RKI: Zahl der akuten Atemwegserkrankungen deutlich gestiegen

Ein Arzt untersucht ein Kind in einer Kinderklinik. Foto

© Sebastian Gollnow/dpa

Corona zeigt noch keinen wieder steigenden Trend – bei anderen Atemwegserkrankungen gibt es dagegen ein klares Plus. Die Fallzahlen sind laut RKI höher als in den Jahren vor der Pandemie.

Der Trend bei den gemeldeten Corona-Fällen in Deutschland wird laut Robert-Koch-Institut (RKI) zunächst weiter rückläufig sein. Nach Daten der Online-Umfrage „GrippeWeb“ hat die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen insgesamt im Vergleich zur Vorwoche deutlich zugenommen, wie es im RKI-Wochenbericht zur Entwicklung der Corona-Pandemie heißt. In der Woche zum 20. November waren es rund sieben Millionen, sogar über der Bandbreite der Jahre vor der Pandemie.

In den kommenden Wochen ist saisonal bedingt mit einer steigenden Zahl von Atemwegserkrankungen zu rechnen. „Insbesondere die Positivrate und die Zahl der Influenza-Erkrankungen zeigen einen deutlich steigenden Trend. Zudem führen RSV-Infektionen gerade bei Kleinkindern zu Erkrankungen und Krankenhauseinweisungen.“

Deutlich mehr Sari-Etuis

Dies spiegelt sich auch in der Erfassung schwerer akuter Atemwegsinfekte (Sari) bei neu aufgenommenen Patienten wider: Aufgrund der ungewöhnlich starken RSV-Durchblutung gibt es derzeit deutlich mehr Fälle von Saris bei Kindern bis 4 Jahren als in der Vorpandemie Jahren und im Vorjahr, wie das RKI mitteilte. Auch in den folgenden Altersgruppen bis 14 Jahre sind die Sari-Werte auf einem sehr hohen Niveau.

Es gab zunächst keine Zunahme der Meldungen von Corona-Nachweisen: Bundesweit sank die Sieben-Tage-Inzidenz in der vergangenen Woche laut RKI-Wochenbericht erneut um 17 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Die meisten Ergebnisse darin beziehen sich auf die vergangene Woche. Die höchsten Inzidenzen waren demnach Personen über 90 Jahre, bei denen seit der Vorwoche der geringste Rückgang der Inzidenzwerte zu verzeichnen war.

Auch die Zahl der Krankenhausbehandlungen wegen Covid-19 ging dem Bericht zufolge weiter zurück. Demnach wurden auf den Intensivstationen des Landes weniger Schwerkranke mit dem Virus behandelt. Zudem meldet das RKI weiterhin einen Rückgang der Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen. Der Rückgang der Fallzahlen sei seit Mitte Oktober erkennbar, hieß es.

Weitere Verbreitung von BQ.1.1

Die Verbreitung der relativ neuen omicron-Sublinie BQ.1.1 in Deutschland nahm weiter zu. Der Anteil in einer Stichprobe habe in der vorvergangenen Woche noch bei knapp neun Prozent gelegen (Vorwoche: acht), hieß es in dem Bericht. „BQ.1.1 ist auch in anderen Ländern eine der am häufigsten nachgewiesenen Sublinien, obwohl bisher keine Erhöhung der Krankheitslast mit der Ausbreitung von BQ.1.1 und BF.7 beobachtet wurde.“

Der Verlauf des Winters hängt laut dem Berliner Virologen Christian Drosten unter anderem davon ab, welche dieser beiden Corona-Varianten vorherrscht: Wenn das Omicron-Derivat BQ.1.1 dominant wird, „könnte der Winter wieder schwierig werden“, sagte Drosten. Er sieht aber auch die Möglichkeit einer sanften Winterwelle.

Nach ersten Erkenntnissen kann sich BQ.1.1 der Immunantwort von geimpften und/oder genesenen Personen relativ gut entziehen. Zudem werden wohl neue Therapien zur Behandlung der Corona-Subvariante nötig sein: Alle derzeit zugelassenen Antikörpertherapien hätten bei ihr nicht gewirkt, teilte das Deutsche Primatenzentrum am Mittwoch mit.

Gerade in Regionen, in denen BQ.1.1 bereits weit verbreitet ist, sollten Ärzte bei der Behandlung infizierter Hochrisikopatienten nicht allein auf Antikörpertherapien setzen, sondern auch andere Medikamente wie Paxlovid in Betracht ziehen, sagte Studienleiter Markus Hoffmann. Außerdem müssten neue Antikörpertherapien entwickelt werden.

dpa

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