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CO2-Budget: So viel CO2 stoßen wir dieses Jahr aus


CO2-Budget: So viel CO2 stoßen wir dieses Jahr aus

Stand: 5. Dezember 2023 6:52 Uhr

Der Kohlendioxidausstoß aus fossilen Brennstoffen liegt auch in diesem Jahr wieder auf Rekordniveau. Laut einem CO2-Budget-Bericht gibt es jedoch einige gute Nachrichten.

Von Yasmin Appelhans, NDR

Es sei ein bisschen wie beim Sketch „Dinner for one“, hieß es auf der Presseveranstaltung des Science Media Center Deutschland zum globalen CO2-Budget 2023: Jedes Jahr werden die Zahlen veröffentlicht, die zeigen, wie viel CO2 wir weltweit noch ausstoßen. Und wie jedes Jahr gibt es schlechte Nachrichten.

Rekordwerte an CO2 aus fossilen Brennstoffen

Das erklärt auch Judith Hauck vom Alfred-Wegner-Institut in Bremerhaven. Sie ist eine der Autorinnen des diesjährigen Berichts des „Global Carbon Project“, an dem mehr als 120 Forscher mitgearbeitet haben. „Leider müssen wir mit der traurigen Bilanz berichten, dass die fossilen Emissionen auch in diesem Jahr wieder ein Rekordniveau erreicht haben. Sie sind höher als je zuvor“, sagte der Biogeochemiker.

Statt zu sinken, werden die Treibhausgasemissionen aus fossilen Brennstoffen in diesem Jahr weltweit um 1,1 Prozent höher ausfallen als im Vorjahr. Im Jahr 2023 werden wir 36,8 Milliarden Tonnen CO2 ausstoßen. Nach wie vor ist fossile Energie für den Großteil der vom Menschen verursachten Treibhausgase verantwortlich. Der Rest der insgesamt 40,9 Milliarden Tonnen CO2-Emissionen stammt beispielsweise aus der Abholzung von Wäldern.

Sinkt an Land und im Meer

Der Bericht berechnet auch, wie viel CO2 von Land und Meer absorbiert wird. Beispielsweise durch Wälder, die durch ihr Wachstum Kohlendioxid speichern. Oder durch den Ozean, der auf natürliche Weise CO2 speichert. Etwa die Hälfte der von uns verursachten Emissionen werden in der Bilanz abgezogen.

Die Anzahl schwankt von Jahr zu Jahr. Beispielsweise abhängig davon, ob die Wetterphänomene El Niño oder La Niña vorliegen. Sondern auch, weil Waldbrände wie die Großbrände in Kanada in diesem Jahr die sogenannte Landdepression deutlich reduzieren können. Oder weil wechselnde Winde dafür sorgen können, dass die Ozeane weniger CO2 aufnehmen. Brände und wechselnde Winde werden wiederum durch den Klimawandel begünstigt. Also ein Teufelskreis.

Die Untertagespeicherung hatte bisher kaum Auswirkungen auf das Klima

Auch Maßnahmen wie die Speicherung von CO2 unter der Erde oder im Meer werden auf der COP immer wieder als Lösungsansätze diskutiert, um den Verzicht auf fossile Energien zu vermeiden. Doch sie seien teuer und machten bisher kaum einen nennenswerten Anteil aus, so Julia Pongratz von der LMU München, die ebenfalls an dem Bericht mitgearbeitet hat.

Derzeit erfassen Maßnahmen wie das sogenannte CCS (Carbon Capture and Storage) lediglich 0,000025 Prozent der durch fossile Brennstoffe verursachten Emissionen. „Die Botschaft ist derzeit sehr deutlich, dass wir an einer deutlichen Reduzierung der Emissionen nicht vorbeikommen“, sagte Pongratz.

Die EU und die USA haben die Emissionen reduziert

Aber es gibt auch gute Neuigkeiten. Beispielsweise sind die fossilen Emissionen in der EU und den USA gesunken. In anderen Ländern, die ebenfalls zu den größten Emittenten gehören, steigen sie jedoch immer noch. Dies gilt insbesondere in China, wo viele der von uns verwendeten Produkte hergestellt werden. In Indien liegen die Emissionen pro Kopf immer noch deutlich unter denen der EU. Insgesamt nehmen aber auch dort die Emissionen weiter zu.

Dennoch sieht der an der Studie nicht beteiligte Klimawissenschaftler Jan Minx vom „Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change“ in Berlin uns in der EU in der Verantwortung: „Wir müssen hier unsere Hausaufgaben machen und bekommen.“ „Wir müssen beim Klimaschutz besser werden. Wir müssen aber auch andere ermutigen, besser zu werden, und anderen helfen, die nicht über genügend Ressourcen verfügen, um besser zu werden“, sagte Minx.

1,5-Grad-Ziel kaum nachhaltig

In sieben Jahren, so der Bericht, sei das CO2-Budget, mit dem wir den Temperaturanstieg auf unter 1,5 Grad begrenzen könnten, bei den aktuellen Emissionen aufgebraucht. Um noch eine 50-prozentige Chance zu haben, dieses Maximalziel einzuhalten, müssten wir unsere Emissionen jedes Jahr stärker reduzieren als auf dem Höhepunkt von Corona.

Allerdings scheint die Weltgemeinschaft wenig aus der Pandemie gelernt zu haben. Allein der internationale Flugverkehr stieg im vergangenen Jahr um 28 Prozent. Doch auch wenn ein Grenzwert von 1,5 Grad mittlerweile unrealistisch erscheinen mag: Jedes Zehntel Grad weniger sei wichtig, so die Forscher. Und so bleibt die Hoffnung, dass die Bilanz im nächsten Jahr besser wird.

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