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China und Katar nutzen die WM, um sich noch näher zu kommen


Bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Peking wurde deutlich, wie eine Welt aussieht, in der Diktaturen Sportveranstaltungen ausrichten: Nur die Führer anderer Autokratien und Diktaturen folgten Anfang Februar dem Aufruf von Chinas Diktaturführer Xi Jinping.

Auch der Emir von Katar, Amir Sheikh Tamim bin Hamad Al Thani, nahm die Einladung von Xi an. Niemand kam aus der freien Welt. Der Emir von Katar ist vielleicht derjenige, der am besten verstanden hat, welches Bild Host Xi in die Welt projizieren könnte.

Dass der Block der unfreien Staaten groß genug ist, um den Sport ohne die anderen alleine feiern zu können. Sowohl China als auch Katar haben die Menschenrechte weder im Zusammenhang mit den von ihnen veranstalteten Veranstaltungen noch anderweitig respektiert.

Die Debatte hat keine Früchte getragen

In Katar kamen Tausende Gastarbeiter ums Leben, die die Stadien für die WM bauen mussten. Die Situation von Minderheiten, den LGBTQIA+-Gruppen, ist mehr als prekär. Das hat Katar auch mit China gemeinsam.

Während der Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking war die schlimme Situation in China Anlass für eine breite Diskussion darüber, solche Sportveranstaltungen künftig nicht mehr in Diktaturen stattfinden zu lassen.

Die Debatte hat jedoch keine Früchte getragen. Auch Homosexuelle klagen in China zunehmend über Ausgrenzung. Machthaber Xi hat koreanischen Männern sogar verboten, im chinesischen Fernsehen aufzutreten, weil er ihre Kleidung für „zu feminin“ hält.

China und Katar nutzten das Fußballereignis, um sich wirtschaftlich anzunähern. Gleich zu Beginn des Wettbewerbs wurde bekannt gegeben, dass sich die Volksrepublik den Zugriff auf die Gasreserven des Emirats für die nächsten 27 Jahre gesichert hat.

Chinesische Unternehmen bauten die Sportanlagen in Katar

Demnach sollen künftig jährlich vier Millionen Tonnen verflüssigtes Erdgas nach China gebracht werden. Das Auftragsvolumen beläuft sich laut Medien auf über 60 Milliarden US-Dollar.

Chinesische Firmen haben auch die wegen der vielen Todesfälle von Gastarbeitern kritisierten Sportanlagen gebaut. So wurde beispielsweise das Lusail-Stadion, in dem das Finale ausgetragen wird, von der China Railway Construction Corporation gebaut.

Es ist das erste Mal, dass die FIFA einen solchen Auftrag an ein chinesisches Unternehmen vergibt. Die Volksrepublik ist an diesem Bau durch ihr Investitionsvehikel „Neue Seidenstraße“ beteiligt.

Vorausgegangen war 2019 die Unterzeichnung von Memoranden zwischen Chinas Machthaber Xi Jinping und dem Emir von Katar, in denen es angeblich um eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern ging.

Seit Beginn der offiziellen diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern im Jahr 1988 sind rund 10.000 Menschen aus China nach Katar gezogen.

Tausende Kameras üben Gesichtserkennung

Doch im Vorfeld des Turniers waren die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen auf den Prüfstand gekommen. Sowohl China als auch Katar sind dafür bekannt, die Rechte solcher Arbeitnehmer zu ignorieren.

Aber nicht nur die Bauarbeiter leben gefährlich auf dem Land. Wie in der Volksrepublik sorgt die totalitäre Führung für eine massive Überwachung aller Gäste im Land.

Tausende Kameras üben Gesichtserkennung, während europäische Behörden davor warnen, die offiziellen WM-Apps herunterzuladen, weil sie zum Ausspionieren verwendet werden. Die Volksrepublik hat eine traurige Bilanz bei der Entwicklung und dem Verkauf solcher Technologien.

In der Provinz Xinjiang, wo Peking einen Völkermord an der uigurischen Minderheit begeht, werden sie bereits ausgiebig eingesetzt. Peking verkauft sie auch an andere Diktaturen wie Simbabwe, nachdem sie erstmals an der eigenen Bevölkerung getestet wurden.

Die Welt ist nicht bei Freunden in Katar zu Hause

Die Welt ist sicherlich nicht bei Freunden in Katar zu Hause. Die hässliche Allianz zwischen undemokratischen Partnern wie Katar und der Volksrepublik zeigt einmal mehr, wie notwendig es wäre, die Sportveranstaltungen, auf die sich Sportler in aller Welt freuen und hinarbeiten, ausschließlich dort stattfinden zu lassen, wo Menschenrechte sind geschützt durch einen demokratischen Rechtsstaat gewährleistet sind.

Die beiden Pandas, die kurz vor der Fußballweltmeisterschaft im Emirat eintrafen, sollten zeigen, wie tief die Freundschaft zwischen den beiden nichtdemokratischen Ländern China und Katar geht.

Der chinesische Botschafter in Katar nannte die beiden Tiere einen Segen, den er im Namen von 1,4 Milliarden Chinesen im Emirat ins Land bringe.

Katar versucht es mit Äquidistanz zwischen Washington und Peking. Tatsächlich beweist die Annäherung zwischen den beiden Ländern in diesem Jahr das Gegenteil.



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