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China-Konzern will deutsche Chipfabrik übernehmen

Chipfabrik in Dortmund
Bundesregierung bestätigt: Weitere China-Übernahme wird geprüft

Nachdem sich der chinesische Konzern Cosco am Hamburger Hafenterminal eingekauft hatte, wandte sich ein weiterer Konzern aus Fernost einem deutschen Halbleiterunternehmen zu. Nach einer Abmahnung des Verfassungsschutzes wird die Übernahme vom Bundeswirtschaftsministerium geprüft.

Die Bundesregierung hat offiziell bestätigt, dass sie den geplanten Verkauf einer Chipfabrik in Dortmund an ein schwedisches Unternehmen in chinesischem Besitz prüft. Demnach will eine Tochtergesellschaft eines chinesischen Konzerns das Werk der deutschen Betreibergesellschaft Elmos Semiconductor übernehmen. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums sagte, das Investitionsprüfungsverfahren für eine mögliche Übernahme durch das schwedische Unternehmen Silex, eine Tochtergesellschaft der chinesischen Sai-Gruppe, werde „rechtzeitig abgeschlossen“.

Ende vergangenen Jahres hatte Elmos angekündigt, seine Wafer-Fertigung in Dortmund für insgesamt rund 85 Millionen Euro an Silex verkaufen zu wollen. Elmos entwickelt, produziert und vertreibt Halbleiter hauptsächlich für den Einsatz in Autos. Mit dem Verkauf will Elmos die eigene Produktion aufgeben und seine Chips stattdessen von Lohnherstellern zukaufen.

Berichten zufolge prüft das Bundeswirtschaftsministerium derzeit weitere geplante Investitionen, die eine Übernahme durch chinesische Unternehmen oder deren Tochtergesellschaften beinhalten. Regierungssprecher Steffen Hebestreit sagte, das Bundeskanzleramt habe erst am Donnerstag aus den Medien von dem geplanten Deal in Dortmund erfahren. Bundeskanzler Olaf Scholz reist nächste Woche nach China.

Anders als im Streit um den Einstieg der chinesischen Staatsreederei Cosco an einem Terminal im Hamburger Hafen „sollte es im Fall Elmos eine Einigung zwischen Bundeskanzleramt und Bundeswirtschaftsministerium geben“, berichtete die „ Handelsblatt“. Die Chip-Technologie von Elmos ist veraltet und es besteht keine Gefahr, dass Know-how nach außen dringt.

Wie die Zeitung weiter berichtete, soll das Bundesamt für Verfassungsschutz von der Übernahme abgeraten haben. Es geht nicht nur um Know-how, sondern um Produktionskapazitäten. Demnach kauft China gezielt in Industrien ein, um Druck auf einzelne Länder ausüben zu können.

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch beschlossen, dass sich der chinesische Konzern Cosco nur noch mit weniger als 25 Prozent an dem Containerterminal beteiligen darf – statt der geplanten 35 Prozent. Viele Ressorts sprachen sich jedoch aus Sicherheitsgründen für ein komplettes Verbot des Geschäfts aus.

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