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Boxen – Neuer Verband könnte Olympia-Zukunft retten


Das Boxturnier bei den Olympischen Spielen 2021 wurde vom IOC selbst organisiert. Der Boxverband ist weiterhin suspendiert. (IMAGO / USA TODAY Network / IMAGO / Danielle Parhizkaran)

Die Boxwelt ist gespalten. Auf der einen Seite Umar Kremlev, der russische Präsident der International Boxing Association (IBA), mit seinen Unterstützern aus Osteuropa, Afrika und Asien. Auf der anderen Seite Westeuropa, Nordamerika, Australien, Neuseeland und einige asiatische Länder. Diese Fraktion kämpft darum, Boxen olympisch zu halten.

Es geht um olympisches Prestige, aber auch um viel Geld. Mike McAtee, Chef des US-Boxverbandes: „Präsident Kremlev hat erklärt, dass die Olympischen Spiele keine Priorität für ihn haben.

Sollte der Weltboxverband seinen Status als olympischer Verband verlieren, würden viele nationale Verbände kein Geld mehr vom Staat oder dem Nationalen Olympischen Komitee erhalten – auch der Deutsche Verband wäre betroffen.

Ausreichende Veränderung nicht absehbar

„Wenn die IBA also nicht mehr Teil der olympischen Bewegung ist, dann glaube ich, dass die überwiegende Mehrheit der Länder ihren Status bei ihren Nationalen Olympischen Komitees überprüfen müssten. So können wir den olympischen Traum für alle unsere Boxer am Leben erhalten.“ Trainer und Funktionäre“, sagt Mike McAtee.

Es ist nicht absehbar, dass sich die IBA unter Umar Kremlev so verändert, dass das IOC seine Suspendierung aufhebt. Um olympisch zu bleiben, braucht es wohl einen neuen Weltverband. Dass ein Start-up geplant ist, will McAtee nicht bestätigen – er spricht aber von Optionen, die geprüft werden müssen.

Der niederländische Verbandspräsident Boris van der Vorst warnt: „Erst wenn der IBA offiziell der Verbandsstatus entzogen wird, können wir darüber sprechen, dass wir einen neuen Verband gründen wollen.“

Das IOC müsste der IBA ihren olympischen Status entziehen. Bei der Beziehung zwischen den beiden Organisationen dürfte dies aber sehr wahrscheinlich sein. Und van der Vorst kündigt an: „Wir prüfen alle möglichen Szenarien, um die olympische Zukunft unseres Sports zu sichern.“

Gespräche darüber laufen seit Monaten. Und die aktuellen Entwicklungen und die Schärfe der Auseinandersetzungen nehmen zu. Denn das IOC hält an der Aussetzung der IBA fest. In einem Schreiben an die IBA heißt es, der vom IOC geforderte einschneidende Kulturwandel sei nicht umgesetzt worden.

Die IBA sieht sich als Opfer einer Hexenjagd

„In der Erklärung heißt es, dass die verschiedenen Bedenken des IOC in Bezug auf die Führung der IBA, ihre finanzielle Transparenz und Nachhaltigkeit sowie die Integrität ihrer Schiedsrichter- und Bewertungsprozesse ungelöst bleiben“, sagte IOC-Sportdirektor Kit McConnell nach der Exekutivsitzung in dieser Woche.

Der Weltboxverband fühlt sich wie ein Opfer einer Hexenjagd. Die Fehler seien in der Vergangenheit gemacht worden, die jetzige Verbandsführung hätte Reformen angestoßen. Dass das IOC die olympischen Boxwettkämpfe 2021 in Tokio und 2024 in Paris selbst organisiert hat oder organisieren wird, sieht die IBA als Bedrohung an. Der Verband wolle deshalb nicht hinnehmen, „dass die IBA und die Athleten getrennt werden“. Jeder Angriff auf die IBA sei „ein direkter Angriff auf die Interessengruppen unseres Sports, auf die Athleten. Sanktionen gegen die IBA sind Sanktionen gegen ihre Boxer, weil wir unzertrennlich sind.“

IOC-Präsident Thomas Bach wehrt sich gegen diesen Vorwurf: „Die Botschaft an alle Boxer lautet: Es geht nicht gegen sie. Ihnen steht die Verbandsführung im Weg.“

Diese Aussagen klingen nicht so, als würden IOC und IBA wieder zusammenkommen. Das IOC hat Boxen für die Sommerspiele 2028 in Los Angeles vorübergehend aus dem Programm genommen. Und Kremlev und die IBA arbeiten bereits an Alternativen, falls ein neuer Verband Olympiastatus erlangen sollte. Die IBA könnte dann näher an den Profiboxsport heranrücken. Im November wurde eine Kooperation mit dem Berufsverband WBA – World Boxing Association – vereinbart.

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