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Bodeneinsatz im Gazastreifen: „Es gibt nirgendwo Sicherheit“


Bodeneinsatz im Gazastreifen: „Es gibt nirgendwo Sicherheit“

Stand: 04.12.2023 13:09 Uhr

Nach dem Ende des Waffenstillstands geht Israel noch entschiedener gegen die Hamas vor. Bodentruppen sind nach Süden vorgerückt. Tausende Palästinenser wissen nicht, wohin sie fliehen sollen.

Die humanitäre Not im Gazastreifen ist groß – es mangelt nicht nur an Nahrungsmitteln, sondern auch an Treibstoff. Videos zeigen Menschen, die Lastwagen umzingeln. Sie reißen die Ladung herunter und rennen damit davon. Auch die leeren Holzpaletten werden abtransportiert – Brennholz ist im Gazastreifen besonders wertvoll.

Die Bilder sollen im Süden des Küstengebiets aufgenommen worden sein und zeigen, wie ein Lastwagen mit Hilfsgütern geplündert wird. Auf den Aufnahmen sind nirgendwo Polizeibeamte der Hamas zu sehen.

Die Offensive wurde nach Süden ausgeweitet

Nicht nur im Norden kommt es zu Kämpfen: Der israelische Militäreinsatz wurde inzwischen auf den gesamten Gazastreifen ausgeweitet. Die Armee veröffentlichte Filmmaterial, das Truppen während der Bodenoffensive zeigen soll, darunter auch Panzer. Die Bodentruppen werden durch schwere Luftangriffe unterstützt. Nach Angaben der Armee seien letzte Nacht etwa 200 Ziele im Gazastreifen angegriffen worden.

„Wir werden weiterhin wie bisher im Einklang mit dem Völkerrecht agieren“, sagt der Sprecher der israelischen Armee, Daniel Hagari. Das Militär wird gegen Hamas-Zentren vorgehen. „Wir haben sie im Norden von Gaza verfolgt und jetzt verfolgen wir auch die Hamas im Süden.“

„Wir ziehen von einem Ort zum nächsten“

Von Kämpfen wurde unter anderem in Khan Yunis im Süden des Gazastreifens berichtet. Die israelische Armee vermutet, dass sich dort Kommandozentralen und führende Persönlichkeiten der Hamas befinden. Hunderttausende Menschen waren vor den Kämpfen im Norden in den Süden des Küstengebiets geflohen.

Die Armee informiert auf Arabisch über die von Angriffen betroffenen Gebiete und ruft die Menschen zur Flucht auf. Angesichts von Strom- und Internetausfällen ist es für Betroffene jedoch schwierig, sich zu informieren. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind mittlerweile rund 80 Prozent der 2,2 Millionen Einwohner des Gazastreifens Binnenvertriebene.

Ein Mann, der mit seiner Familie auf der Flucht ist, beschreibt die Situation wie folgt: „Es gibt keinen sicheren Ort mehr, aber wir sind trotzdem auf der Flucht. Was sollen wir tun? Wir haben Kinder und es gab die ganze Nacht Beschuss, also ziehen wir von einem Ort zum anderen.“ der nächste, aber es gibt nirgendwo Sicherheit.

Die USA und Katar versuchen zu vermitteln

Unter anderem die USA und Katar versuchen, einen neuen Waffenstillstand auszuhandeln. Doch die Aussichten auf einen solchen Bruch und die damit verbundene Freilassung weiterer Geiseln scheinen derzeit gering. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sein Ziel bekräftigt, die Hamas im Gazastreifen zu eliminieren.

Israel will offenbar Hamas-Führer nicht nur in Gaza, sondern auch in anderen Ländern aufspüren und eliminieren. Die Regierung habe dafür grünes Licht gegeben, erklärte Ronen Bar, Chef des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet, in einer vom israelischen Sender KAN veröffentlichten Aufzeichnung.

„Unsere Mission: Hamas neutralisieren“

Der Geheimdienstchef zog einen historischen Vergleich zwischen dem Olympia-Anschlag von 1972 und der heutigen Reaktion der israelischen Regierung.

„Das Kabinett hat uns ein Mandat erteilt“, sagt Ronen Bar. „Um es im Straßenjargon auszudrücken: Es geht darum, die Hamas zu neutralisieren. Wir sind entschlossen, das zu tun.“

Das sei jetzt Israels München, sagt er – und meint damit den Olympia-Angriff von 1972. „Überall: im Gazastreifen, im Westjordanland, im Libanon, in der Türkei, in Katar“, betont Bar. „Es wird ein paar Jahre dauern. Aber wir werden da sein und es durchziehen.“

Derzeit liegt der Fokus jedoch auf dem Einsatz im Gazastreifen. Beobachter erwarten eine Zunahme der Kämpfe und zunehmendes Leid der Zivilbevölkerung.

Tim Aßmann, ARD Tel Aviv, tagesschau, 04.12.2023 12:00 Uhr

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