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BIP-Schätzung: Deutsche Wirtschaft wächst leicht


Stand: 28.10.2022 10:11 Uhr

Das Bruttoinlandsprodukt ist in den vergangenen drei Monaten überraschend um 0,3 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Volkswirte hatten einen Rückgang und ein Abgleiten in die Rezession befürchtet.

Trotz Energiekrise ist die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal überraschend gewachsen. Das Statistische Bundesamt gab in einer ersten Hochrechnung bekannt, dass das Bruttoinlandsprodukt von Juli bis September um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen sei. Zunächst wurde mit einem Rückgang gerechnet.

Hohe Inflation, steigende Zinsen und Versorgungsengpässe in der Industrie machen der deutschen Wirtschaft weiterhin zu schaffen. Die Verbraucher konsumieren aufgrund der schwindenden Kaufkraft zurückhaltend, während die Stornos im Baugewerbe aufgrund der gestiegenen Kosten zuletzt zugenommen haben. Hinzu kommt eine schwächere Nachfrage aus dem Ausland, da auch die Weltwirtschaft unter Druck steht.

Auch in den Vorquartalen überraschend mit Zuwächsen

Zu Jahresbeginn lief es für die Wirtschaft noch besser als erwartet: Die Statistiker korrigierten den BIP-Anstieg für das erste Quartal von anfangs genannten 0,2 Prozent auf 0,8 Prozent.

Im zweiten Quartal war das BIP noch minimal um 0,1 Prozent gewachsen – das Statistische Bundesamt hatte in einer ersten Schnellschätzung zunächst mit einer Stagnation der Wirtschaftsleistung gerechnet. Kommen zwei negative Quartale hintereinander, spricht man von einer Rezession.

Regierung rechnet mit Rezession

Laut der Herbstprognose von Wirtschaftsminister Robert Habeck erwartet die Bundesregierung, dass die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr um 0,4 Prozent schrumpfen wird. Für das laufende Jahr rechnet sie aufgrund der robusten ersten sechs Monate noch mit einem Wachstum von 1,4 Prozent.

Am Nachmittag veröffentlicht das Statistische Bundesamt zudem die erste Inflationsschätzung für Oktober.

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