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Besuch des Bundespräsidenten in der Ukraine: Steinmeier flieht in einen Luftschutzkeller


Stand: 25.10.2022 15:26 Uhr

Bundespräsident Steinmeier ist in der Ukraine, um weitere Unterstützung anzukündigen. Bei seinem Besuch im Norden des Landes musste Steinmeier wegen eines Raketenalarms in einen Bunker fliehen.

Von Bernd Musch-Borowska, derzeit Kiew und Rebecca Barth, derzeit Korjukiwka

Wenige Stunden nach der Ankunft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wurde in Kiew und anderen Teilen der Ukraine Raketenalarm geschlagen. Neben der Hauptstadt sei vor allem der Osten des Landes betroffen, hieß es zunächst, später wurde die Warnung aber auch auf andere Landesteile ausgeweitet.

Zu diesem Zeitpunkt war Steinmeier bereits weiter in die Nordukraine gereist, ins Grenzgebiet zu Weißrussland und Russland. Er wolle sich ein Bild von der Region machen, die zu Beginn des Angriffskrieges von russischen Truppen besetzt war, sagte der Bundespräsident am Morgen in Kiew.

Ich freue mich auf die Begegnungen hier in Kiew, die politischen Begegnungen, insbesondere mit Präsident Selenskyj. Ich freue mich aber auch darauf, Menschen in der Nordukraine zu treffen, in Gebieten, die besetzt waren und jetzt wieder frei sind – wo wir mit den Verantwortlichen vor Ort darüber sprechen können, welche Schäden angerichtet wurden und welche Versorgungsprobleme es nun in dieser Situation gibt.

„Bundespräsident Steinmeier hat am eigenen Leib erfahren, was es heißt, mit Fliegeralarm zu leben“, Vassili Golod, WDR aktuell Kiew

Tagesschau 17:00 Uhr, 25.10.2022

Sorgen Sie sich um den Wintereinbruch

Vor allem die Stadt Korjukiwka, 200 Kilometer nordöstlich von Kiew, hat vor dem Wintereinbruch mit zerstörter Infrastruktur und Versorgungsengpässen zu kämpfen. Dort will Steinmeier Winterhilfen für die kommunale Energieinfrastruktur übergeben und eine Städtepartnerschaft initiieren.

„Hier versuchen wir neben staatlichen Hilfen auch Brücken zu bauen zwischen Kommunen und Städten in Deutschland und denen hier in der Ukraine“, betonte Steinmeier. Man wird versuchen, eine solche Brücke mit einer deutschen Gemeinde am Beispiel von Korjukivka zu bauen.

In Korjukiwka angekommen, traf Steinmeier zunächst den Bürgermeister der Stadt, Ratan Achmetow, mit dem er seit seinem Besuch vor einem Jahr in Kontakt stand. Steinmeier versicherte, er freue sich, ihn wiederzusehen. „Ich hätte mir noch mehr gewünscht, wenn wir uns unter anderen Umständen wiedersehen könnten.“

Noch während der Bundespräsident spricht, wird in Korjukiwka Fliegeralarm ausgelöst und Steinmeier muss sich in Sicherheit bringen.

Längerer Aufenthalt im Luftschutzkeller

Während seines längeren Aufenthaltes im Luftschutzkeller sprach der Bundespräsident unter anderem mit dem Bürgermeister und anderen Vertretern der Stadt Korjukiwka.

„Wir sind eine Grenzstadt, Russland ist nur 30 Kilometer von uns entfernt“, sagte Achmetow in einem Interview vor dem Treffen. „Soweit ich weiß, ist es das erste Mal seit acht Monaten dieses Krieges, dass jemand von so hohem Rang, einer unserer besten Freunde Deutschland, der Präsident dieses Landes, so nah an die Front gekommen ist. An die Linie entlang mit dem wir den Aggressor Life bekämpfen.“ Für ihn ist das vor allem ein Zeichen des Respekts. „Ein Zeichen dafür, dass der Bundespräsident und das deutsche Volk an uns glauben. Es ist ein Zeichen, dass wir nicht allein sind.“

Fliegeralarm beim Besuch von Bundespräsident Steinmeier in der Ukraine

Sabine Krebs, WDR, aktuell Ukraine, Tagesschau um 17:00 Uhr, 25.10.2022

Für heute ist in Kiew ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj geplant. Gemeinsam wollen die beiden Staatschefs die Schirmherrschaft über das deutsch-ukrainische Städtepartnerschaftsnetz übernehmen.

Raketenalarm bei Steinmeiers Besuch in der Ukraine

Bernd Musch-Borowska, NDR, aktuell Kiew, 25.10.2022 14:28 Uhr