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Bekämpfung der Erderwärmung: G7-Staaten gründen „Climate Club“


Stand: 12.12.2022 20:08 Uhr

Auf Anregung von Bundeskanzler Scholz hat sich die G7-Gruppe darauf verständigt, einen „Klimaclub“ zu gründen. Ziel ist es, die CO2-Emissionen in der Industrie zu reduzieren. Andere Länder sind ebenfalls eingeladen, dem Club beizutreten.

Die G7-Staaten demokratischer Wirtschaftsmächte haben einen internationalen „Klimaclub“ zur Bekämpfung der Erderwärmung gegründet. Das teilte Bundeskanzler Olaf Scholz nach einer Videokonferenz mit den anderen Staats- und Regierungschefs der G7 mit. Es sei eine Satzung verabschiedet worden, mit der der Klub gegründet worden sei, sagte Scholz auf einer Pressekonferenz. Scholz hatte den „Climate Club“ bereits Anfang des Jahres zu Beginn der deutschen G7-Präsidentschaft initiiert.

Die Industrie soll „grüner“ werden.

Die Initiative soll die schnelle Umsetzung des Pariser Klimaabkommens unterstützen und insbesondere die Reduzierung von Emissionen im Industriesektor vorantreiben. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass Unternehmen aus Ländern, die sich ambitionierte Klimaschutzziele setzen, unlautere Konkurrenz aus Ländern mit niedrigen Umweltstandards erhalten oder Produktionsstätten in diese Länder verlagern.

Scholz warnte davor, dass der notwendige klimafreundliche Umbau der Industrien weltweit nicht in „Zollkriege“ münden dürfe. Grundsätzlich soll der Club allen Ländern offenstehen, unabhängig von Größe, wirtschaftlichem Entwicklungsstand und politischem System.

Auch China ist eingeladen

Scholz forderte auch China ausdrücklich auf, sich an der Initiative zu beteiligen. Die Volksrepublik stößt mengenmäßig die klimaschädlichsten Treibhausgase weltweit aus, gefolgt von den USA und Indien. Die G7 sind zusammen für etwa ein Fünftel der Emissionen verantwortlich. Dazu gehören neben Deutschland die USA, Kanada, Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan. Bis Ende des Jahres übernimmt Deutschland den Vorsitz, gefolgt von Japan.

Wer außer den G7 noch zum Verein gehört, blieb zunächst offen. Scholz erklärte jedoch, es dürfe keine G7-Initiative sein, sondern weltweit breite Unterstützung finden. Es sei „überhaupt nicht als exklusiver Club gedacht“. Ziel ist eine offene Zusammenarbeit, auch mit den großen Emittenten. Neben dem Statut haben die G7 auch beschlossen, dass die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zusammen mit der Internationalen Energieagentur (IEA) ein Interimssekretariat einrichten soll.

Habeck: Staaten können „Treiber“ werden.

Laut einer Pressemitteilung sagte Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne), engagierte Staaten könnten im Club „internationale Treiber“ werden, um klimaschädliche Treibhausgase in der Industrie einzusparen. „Wir wollen klimafreundliche Rohstoffe wie grünen Stahl schneller auf den Markt bringen und ihre Chancen international verbessern.“ Stahl gilt als „grün“, wenn er mit erneuerbaren Energiequellen wie Sonnen- und Windkraft hergestellt wurde.

Die Idee zu einer solchen Initiative geht auf den US-Nobelpreisträger William Nordhaus zurück. 2015 argumentierte er in einem Artikel mit dem Titel „Climate Clubs: Overcoming free-riding in International Climate Policy“, dass koordinierte Handelssanktionen in Form von Schutzzöllen ein wirksames Instrument sein könnten, um Klimaziele international durchzusetzen.