Skip to content
Bei der Razzia im Reichsbürgermilieu haben die Ermittler mit Nam eine weitere mögliche Feindliste


Einer der Festgenommenen, Marco v. H., entdeckte einem „Spiegel“-Bericht zufolge eine handgeschriebene Liste mit den Namen von zehn baden-württembergischen Politikern. Er habe sich die Adressen der Wahlkreisbüros der Abgeordneten notiert.

Das mutmaßliche Mitglied der Terrorgruppe „Reichsbürger“ hat den Ermittlern zufolge auch die Namen mehrerer Ärzte aufgeschrieben. Die Anschriften ihrer Praxen sollen in den Notizen enthalten gewesen sein. Marco v. H. ist einer von 25 Männern und Frauen, die in der vergangenen Woche wegen Terrorismusverdachts festgenommen wurden. Die Rädelsführer der Gruppe sind Heinrich XIII. Prinz Reuss und der ehemalige Kommandeur eines Fallschirmbataillons, Rüdiger v. P. Zuvor war bereits eine weitere angebliche „Feindliste“ bekannt geworden. Darauf stehen die Namen von sieben Kabinettsmitgliedern und Bundestagsabgeordneten. Neben Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wurden auch die Namen von Annalena Baerbock (Grüne), Kevin Kühnert und Saskia Esken (beide SPD), Friedrich Merz, Armin Laschet und Norbert Röttgen (alle CDU) erfasst. Die betroffenen Politiker wurden vergangene Woche über diese Liste informiert. Sie wurde im Frühjahr mit Peter W., einem weiteren mutmaßlichen Mitglied der jetzt ausgegrabenen Gruppe „Reichsbürger“, gefunden. W. soll an möglichen Plänen beteiligt gewesen sein, das Reichstagsgebäude zu stürmen und Abgeordnete und Regierungsmitglieder zu verhaften. Laut „Spiegel“-Bericht übte Peter W. mit mindestens vier weiteren Terrorverdächtigen Schießereien. Die Männer trainierten den Ermittlungen zufolge im April auf einem ehemaligen Bundeswehr-Schießplatz bei Bayreuth, der heute von einem privaten Betreiber betrieben wird. Die Männer sollen sich unter falschem Namen registriert haben.

dts Deutsche Textdienst Nachrichtenagentur GmbH