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Aussetzung des Getreideabkommens: Kiew wirft Russland „fiktionale Terroranschläge“ vor.

Aussetzung des Getreidehandels
Kiew wirft Russland „fiktiven Terroranschlägen“ vor.

Immer wieder droht Russland damit, das Getreideabkommen zu stoppen. Ein Angriff auf die Schwarzmeerhalbinsel Krim wird nun von Moskau als Grund angeführt. Die Ukraine hat die Aussetzung des Deals scharf kritisiert und wirft dem Kreml Erpressung vor. Unterdessen versucht die UN zu vermitteln.

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat die Aussetzung des Abkommens über den Transport von ukrainischem Getreide durch Russland kritisiert. Unter einem Vorwand blockiere Moskau die Transporte, „die für Millionen Menschen Ernährungssicherheit bedeuten“, schrieb Kuleba auf Twitter. „Ich fordere alle Staaten auf, zu fordern, dass Russland seine ‚Hungerspiele‘ beendet und zu seinen Verpflichtungen zurückkehrt.“ Die Ukraine warnt seit langem davor, dass Moskau aus dem Abkommen aussteigen könnte.

Russland hat Vereinbarungen über ukrainische Getreideexporte wegen eines Drohnenangriffs auf die Schwarzmeerflotte in Sewastopol ausgesetzt. Moskau nannte dies einen „Terrorakt“ und gab der Ukraine die Schuld. Ukrainische Streitkräfte haben Luft- und Seeangriffe gegen die russische Schwarzmeerflotte unter dem Deckmantel des humanitären Korridors für Getreideexporte per Schiff gestartet, sagte das Außenministerium. Im Zusammenhang mit diesen Angriffen, die die Ukraine unter der Leitung britischer Spezialisten durchgeführt habe, könne die russische Seite die Sicherheit ziviler Getreideschiffe nicht mehr garantieren, sagte das Ministerium.

Der Stabschef des ukrainischen Präsidenten warf Russland hingegen „Erpressung“ und „fiktionale Terroranschläge“ auf die eigenen Einrichtungen vor. „Die Primitivität der russischen Erpressung (kann) in allem gesehen werden. Nukleare Erpressung, Energie, Lebensmittel“, schreibt der hochrangige ukrainische Präsidentschaftsbeamte Andriy Yermak auf Telegram. Russland meldet „fiktive Terroranschläge auf eigene Einrichtungen“.

UN steht in Kontakt mit Russland

Die Vereinten Nationen wollen derweil die Hoffnung nicht aufgeben, dass es beim Getreideabkommen weitergeht. Man habe die Berichte über die Suspendierung gesehen, sagte ein UN-Sprecher in New York. „Wir stehen in dieser Angelegenheit mit den russischen Behörden in Kontakt“, hieß es. „Es ist zwingend erforderlich, dass alle Seiten alles unterlassen, was das Getreideabkommen gefährdet, das eine entscheidende humanitäre Anstrengung darstellt, die sich eindeutig positiv auf den Zugang zu Nahrungsmitteln für Millionen von Menschen weltweit auswirkt.“

Im Juli stimmte Russland unter Vermittlung der UNO und der Türkei Getreideexporten zu, drohte aber stets mit der Aufkündigung des Viermonatsabkommens. Moskau beklagt seit langem, dass ein Teil des Sommerabkommens nicht umgesetzt wird. Darin erklärte sich Russland bereit, die Blockade der ukrainischen Seehäfen für Getreideexporte zu beenden, forderte aber im Gegenzug Erleichterungen für seine eigenen Exporte von Düngemitteln und Nahrungsmitteln. Russland und die Ukraine sind beide große Getreideexporteure und verdienen Milliarden mit Exporten.

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