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Deutschland Nachrichten

Asturiens Preise im Schatten des Krieges | Aktuelles Europa | DW


Mit einem Aufruf zum Frieden in Europa und der Ukraine wurden am Freitagabend in der nordspanischen Stadt Oviedo die renommierten Prinzessin-von-Asturien-Preise verliehen. Die mit jeweils 50.000 Euro dotierten Preise sind auch als „Spanische Nobelpreise“ bekannt und werden jährlich in acht verschiedenen Kategorien vergeben.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Preises stand der polnische Journalist und Demokratieaktivist Adam Michnik. Der ehemalige antikommunistische Dissident und Chefredakteur der größten liberalen Tageszeitung des Landes Gazeta Wyborcza wurde in der Kategorie „Kommunikation und Geisteswissenschaften“ als einer der „herausragendsten Verteidiger der Bürgerrechte in Polen“ ausgezeichnet.

Adam Michnik – Journalist, Demokratieaktivist, antikommunistischer Dissident

Michnik sei eine der Schlüsselfiguren bei der Rückkehr Polens zur Demokratie und ein außergewöhnlicher Journalist gewesen, betonte der spanische König Felipe VI. bei der Auszeichnung. Der politische Essayist ließ es sich nicht nehmen, in Oviedo über den Krieg in Osteuropa zu sprechen. Der 76-Jährige warnte Europa, dass im Ukraine-Krieg die „Zukunft Europas auf dem Spiel stehe“.

„Putin ist nicht Russland“

Der Krieg des russischen Staatschefs Wladimir Putin ist nicht nur ein Krieg gegen die Ukraine, sondern gegen die ganze demokratische Welt. „Deshalb sind alle Demokraten der Welt verpflichtet, der Ukraine zu helfen“, sagte Michnik. Gleichzeitig stellte er klar: „Putin ist nicht Russland.“ Er erinnerte an die vielen Russen, die in Gefahr gegen den Kreml-Machthaber protestierten. „Sie verteidigen die Ehre Russlands“, sagte der Journalist, der selbst wegen der Verteidigung der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit sechs Jahre im kommunistischen Polen inhaftiert war.

In einer Zeit, in der die Schrecken des Krieges in der Ukraine auch nach Europa zurückgekehrt sind, sei es wichtiger denn je, sich an die Ursprünge der EU zu erinnern, betonte Felipe VI. in seiner Rede im Teatro Campoamor. „Der Ursprung der heutigen Europäischen Union war die Suche nach einem dauerhaften Frieden nach den Verwüstungen der beiden großen Weltkriege“.

Recycling, KI, Kartonunterstände

Die Auszeichnung für internationale Zusammenarbeit ging in Oviedo an die britische Seglerin Ellen MacArthur (46), die mit ihrer Stiftung viele der weltweit größten Verpackungshersteller für ihre recyclingorientierte und befreiende Kreislaufwirtschaft gewinnen konnte die Weltmeere aus Plastikmüll.

Händedruck zwischen König Felipe und dem Madrider Autor und Theaterregisseur Juan Mayorga

Händedruck zwischen König Felipe und dem Madrider Autor und Theaterregisseur Juan Mayorga

Die „Kultur“-Preise wurden dieses Jahr an Spanier verliehen. Der in Madrid lebende Autor und Theaterregisseur Juan Mayorga wurde mit dem Literaturpreis geehrt, während zwei spanische Flamenco-Künstler, die Sängerin Carmen Linares und die Tänzerin Maria Pages, den Kunstpreis erhielten. Der mexikanische Anthropologe und Harvard-Professor Eduardo Matos Moctezuma wurde in der Kategorie Sozialwissenschaften ausgezeichnet.

Die vier Informatiker Geoffrey Hinton, Demis Hassabis, Yann Le Cun und Yoshua Bengio erhielten den Preis in der Kategorie Wissenschaft als „Väter der künstlichen Intelligenz“ (KI). Sie hätten die Basis für Deep Learning gelegt, begründete die „Princess Princess of Asturias Foundation“ ihre Entscheidung.

Maria Pages (links) und Carmen Linares danken der königlichen Familie für den Prinzessin-von-Asturien-Preis

Maria Pages (links) und Carmen Linares danken der königlichen Familie für die Auszeichnung

Der „Prize of Harmony“ ging an den japanischen Stararchitekten Shigeru Ban, der für seine „Solidarität“ und sein altruistisches Engagement für Bedürftige geehrt wurde. Ban entwickelte schnell aufzubauende Notunterkünfte aus Kartonstrukturen, die heute weltweit für Opfer von Naturkatastrophen oder bewaffneten Konflikten eingesetzt werden und Menschen in Not „würdigen Schutz“ bieten. Die beiden Institutionen, die Olympic Foundation for Refugees und das Olympic Refugee Team, erhielten die Auszeichnung in der Kategorie Sport als „Symbol der Hoffnung für alle Flüchtlinge in der Welt“.

sti/AR (dpa, kna)



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