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Anne Franks bester Freund: Der Holocaust-Überlebende Pick-Goslar ist gestorben


Stand: 29.10.2022 13:16 Uhr

Weltberühmt wurde sie als „Hanneli“ im Tagebuch ihrer besten Freundin Anne Frank. Die Anne Frank Stiftung hat jetzt den Tod der Holocaust-Überlebenden Hannah Pick-Goslar bekannt gegeben. Sie wurde 93 Jahre alt.

Die Holocaust-Überlebende Hannah Pick-Goslar – eine der besten Freundinnen von Anne Frank – ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Das teilte die Anne Frank Stiftung an ihrem Hauptsitz in Amsterdam mit. Pick-Goslar starb nach Angaben der Stiftung am Freitag an ihrem Wohnort in Jerusalem.

Die Stiftung würdigte das Engagement von Pick-Goslar. „Jeder sollte wissen, was mit ihr und ihrer Freundin Anne passiert ist, sobald Annes Tagebuch endet, so schrecklich diese Geschichte auch ist“, schreibt die Stiftung auf ihrer Website.

Bis ins hohe Alter berichtete Pick-Goslar immer wieder von ihren Erfahrungen mit der Judenverfolgung und ihrer Mädchenfreundschaft. Sie nannte es ihre Pflicht, „weil ich überlebt habe und Anne nicht.“

Mädchen kennen sich seit dem Kindergarten

Die beiden jüdischen Mädchen Anne und Hannah kannten sich aus dem Kindergarten und besuchten im niederländischen Exil dieselben Schulen. Zuletzt sahen sie sich 1945 auf deutschem Boden im Konzentrationslager Bergen-Belsen – kurz vor Anne Franks Tod.

Das Tagebuch der Anne Frank ist eines der bekanntesten Dokumente der NS-Diktatur weltweit. In ihrem Tagebuch aus ihrem Versteck vor den deutschen Nationalsozialisten in Amsterdam schrieb Anne Frank auch über Hannah – „Hanneli“, wie sie sie nannte.

Es gibt auch Bücher und Filme über die Freundschaft der beiden jüdischen Mädchen. Der niederländische Film „Meine beste Freundin Anne Frank“ kam erst letztes Jahr heraus.

Pick-Goslar wanderte nach Israel aus

Pick Goslar wurde 1928 in Berlin geboren. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 emigrierte ihre Familie zunächst nach London und dann nach Amsterdam, wo Hannah Anne kennenlernte.

Anne Frank und ihre Familie tauchten 1942 in einem Hinterhaus unter – wurden schließlich entdeckt und 1944 deportiert. Nur der Vater Otto Frank überlebte.

Hannah wurde 1943 mit ihrer Familie deportiert und im Februar 1944 in das KZ Bergen-Belsen gebracht. Nach der Befreiung emigrierte sie 1947 in das heutige Israel und wurde dort Krankenschwester. Sie heiratete Walter Pick. Das Paar hatte drei Kinder, elf Enkel und einunddreißig Urenkel. Sie sagte dazu: „Das ist meine Antwort an Hitler“.

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