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Wirtschaft und Börse

Ampel steht auf Abwärtsbewegung (nd-aktuell.de)


Aufgrund der hohen Energiepreise droht eine Rezession.

Foto: dpa/Frank Rumpenhorst

Eine Krise in den kommenden Wochen wird immer wahrscheinlicher. Nach Angaben des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung stieg das Rezessionsrisiko innerhalb der nächsten drei Monate auf 80,8 Prozent. Anfang September lag die Rezessionswahrscheinlichkeit für die folgenden drei Monate noch bei 64,1 Prozent. „Wir steuern auf eine konsumgetriebene Rezession zu, da viele Menschen bei anderen Ausgaben sparen, um für Energie und Lebensmittel zu bezahlen. Daher ist es wichtig, dass die Kaufkraft der Bevölkerung unterstützt wird«, erklärte IMK-Direktor Sebastian Dullien am Donnerstag.

Grund für die wachsende Wahrscheinlichkeit einer Rezession sind den Forschern zufolge die hohen Energie- und Nahrungsmittelpreise. Diese belasten den privaten Konsum durch den drastischen Kaufkraftverlust der Haushalte. Zudem dämpfen insbesondere die hohen Gaspreise die Konjunktur. Der Industrieproduktion fehlt es an Schwung. Waren es bislang vor allem Lieferengpässe, die ein stärkeres Produktionswachstum verhinderten, droht nun auch ein Nachfragerückgang, analysiert IMK-Konjunkturexperte Peter Hohlfeld.

Der IMK-Indikator steht laut Berechnungen konjunkturell auf „rot“. Dazu berücksichtigen die Forscher eine Vielzahl von Daten aus der Realwirtschaft und dem Finanzsektor. Darüber hinaus erfasst das Tool Stimmungsindikatoren. Der IMK verwendet die Industrieproduktion als Referenzwert für eine Rezession, weil sie schneller auf einen Nachfrageeinbruch reagiert als das Bruttoinlandsprodukt. Zuletzt senkte der IMK Ende September seine Prognose. Demnach wird die lokale Wirtschaft in diesem Jahr um 1,6 Prozent wachsen, im nächsten Jahr aber um ein Prozent schrumpfen.

Nicht nur das IMK blickt pessimistisch auf den Winter. Verschiedene Wirtschaftsinstitute haben in den vergangenen Wochen ihre Prognosen gesenkt. Die Bundesregierung hat kürzlich ihre Konjunkturaussichten revidiert. »Es sind ernste Zeiten und das belegen die Zahlen der Herbsthochrechnung. Wir erleben derzeit eine schwere Energiekrise, die sich zunehmend zu einer Wirtschafts- und Gesellschaftskrise entwickelt. Auslöser dieser Krise war Putins Angriff auf die Ukraine“, sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) bei der Vorstellung der Prognose seines Ressorts am Mittwoch.

Für dieses Jahr rechnen Habecks Ökonomen noch mit einem Wachstum von 1,4 Prozent. Für das kommende Jahr prognostizieren sie jedoch aufgrund der Energiepreiskrise ein Minus von 0,4 Prozent. Für 2024 wird ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 2,3 Prozent erwartet. Im Frühjahr hatten die Landesvolkswirte noch mit einem Wachstum von 2,2 Prozent in diesem und 2,5 Prozent im nächsten Jahr gerechnet.

Die Inflationsaussichten sind jedoch noch dramatischer. Für dieses Jahr rechnet die Bundesregierung mit einer Inflationsrate von acht Prozent, für das kommende Jahr von sieben Prozent. Erst im übernächsten Jahr sollte sich die Preissteigerungsrate etwas normalisieren und auf 2,4 Prozent sinken. Die Europäische Zentralbank (EZB) geht von Preisstabilität bei einer Inflation von rund zwei Prozent aus.



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