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Ägyptischer Aktivist im Streik: Inhaftierter Abdel Fattah trinkt wieder Wasser


Stand: 14.11.2022 17:44 Uhr

Der in Ägypten inhaftierte Aktivist Abdel Fattah trinkt nach einer Woche wieder Wasser. Seine Vitalwerte seien gut, schreibt er in einem Brief an seine Familie. Er befindet sich nun seit sieben Monaten im Hungerstreik.

Nach Angaben seiner Familie hörte Alaa Abdel Fattah nach fast einer Woche auf, Wasser zu trinken. „Seit Samstag trinke ich wieder Wasser. Die Vitalfunktionen sind heute gut“, schrieb der in Ägypten inhaftierte Demokratieaktivist in einem von seiner Familie veröffentlichten Brief.

„Es ist definitiv seine Handschrift“, bestätigte seine Schwester Sanaa Saif die Echtheit des Briefes. Es sei „endlich ein Lebenszeichen“ ihres Bruders.

Einer der Anführer der Revolution von 2011

Abdel Fattahs war einer der Anführer der Revolution von 2011, die den langjährigen Machthaber Hosni Mubarak stürzte. 2013 wurde er bei einem Protest gegen ein verschärftes Demonstrationsgesetz festgenommen und sitzt seitdem fast ununterbrochen im Gefängnis.

Nach langem Hungerstreik und Wassermangel seit Beginn der Weltklimakonferenz im Land vor einer Woche sei die Gefängnisleitung nach Angaben der Familie „medizinisch eingegriffen“. Es ist unklar, ob Abdel Fattah zwangsernährt wurde oder wird. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft geht es ihm „gesund“. Ohne Wasser kann der Körper nur drei bis vier Tage überleben.

Auf der zweiwöchigen Klimakonferenz verhandeln Vertreter aus fast 200 Ländern darüber, wie der Kampf gegen die Erderwärmung intensiviert werden kann. Die Konferenz läuft noch bis Ende dieser Woche.

UN untersucht Vorwürfe der Überwachung bei Klimakonferenz

Gleichzeitig geht die UN den Vorwürfen der Klimakonferenz nach, es habe Überwachungsmaßnahmen und anderes Fehlverhalten ägyptischer Sicherheitskräfte gegeben. Die bei der Konferenz für Sicherheit zuständige UN-Abteilung sagte, sie sei „auf Vorwürfe aufmerksam gemacht worden“, wonach es zu Verstößen gegen Verhaltensregeln gekommen sei. Dies wird nun überprüft.

In den vergangenen Tagen hatte es Veranstaltungen der deutschen Delegation auf der Klimakonferenz gegeben, bei denen die Menschenrechtssituation in Ägypten ein Thema war, insbesondere das Schicksal der inhaftierten Aktivistin Fattah.

Die ägyptische Seite sagte, die Vorwürfe seien „lächerlich“.